Thinalya

Description:

Ich wurde am 1. Juni 2045 in einem kleinen Dorf am Niederrhein mit dem wunderschönen Namen Weeze geboren. Ich bin eine Elfe und somit 2 Meter groß und hab spitze Ohren und so weiter wie halt alle anderen Elfen auch. Zu meinem Leidwesen habe ich nie Geschwister gehabt sondern war immer mit meinen Eltern allein. Mein Vater war beim Militär und immer wenn er nach Hause gekommen ist war er stark betrunken und hat die Frustration über seine Vorgesetzten an mir und meiner Mutter ausgelassen. Ich habe oft darüber nachgedacht abzuhauen und einfach wegzulaufen und mich selber durchzuschlagen aber ich hatte immer Angst, dass mein Vater dann so wütend geworden wäre, dass er meine Mutter totgeschlagen hätte. Also bin ich dort geblieben, denn nur so konnte ich meine Mutter wenigstens ein bisschen beschützen.
In meiner Kindheit bin ich bereits abgestumpft. Irgendwann haben mich die Schläge und die Worte meines Vaters nicht mehr so stark verletzt. Meine Mutter hingegen hat es krank gemacht. Sie hat starke Depressionen bekommen und nicht selten habe ich sie mit einem Messer oder mit Drogen in der Hand erwischt als sie sich umbringen wollte. Oft hab ich mich gefragt ob es nicht besser gewesen wäre wenn ich sie hätte machen lassen. Vielleicht hätte sie dann nicht so leiden müssen…..

Ich hatte nie viele Freunde und war eher ein Einzelgänger denn ich hab niemanden trauen können und hab auch keinen außer meine Mutter je an mich rangelassen. Alle anderen wollen doch eh nur immer ihren eigenen Profit aus mir schlagen und da mach ich nicht mit.
Als ich 13 war kam ich einmal wenige Minuten später nach Hause da ich in der Straße einen verletzten Hund gefunden hatte und ihn mit nach Hause getragen habe. Mein Vater ist total durchgedreht da ich seinen Regeln nicht gehorcht hab. Er hat den Hund genommen und ihm vor meinen Augen das Genick gebrochen. Dann hat er mich angeschrien, dass wenn ich ihm nochmal nicht aufs Wort gehorchen würde er das selbe mit mir machen wird. In dem Moment hat sich etwas in den Augen meiner Mutter verändert. Am nächsten Tag als mein Vater zur Arbeit gegangen war hat sie mich an die Hand genommen und ist mit mir zur Sauveur Brücke gegangen. Auf dem Weg dorthin hat sie die ganze Zeit vor sich hin geflüstert, dass es alles ihre Schuld sei, dass sie die falsche Entscheidung getroffen habe und das sie uns beide erlösen werde. Ich hab sofort verstanden was sie vor hatte und hab beruhigend auf sie eingeredet. Mit ihrem Com Link habe ich es geschafft heimlich einen Doc Wagon zu rufen, der uns durch die Arbeit meines Vaters immerhin zustand. Man hat sie und mich dann erstmal in eine Klinik gebracht, da man ihr deutlich anmerkte, dass sie ein wenig Irre war. Als wir dort warteten hat sie mich ganz Ernst angesehen. Sie wirkte das erste Mal seit Jahren ganz klar. Mit traurigen Augen hat sie mir gesagt: „ Mich werden sie hier nie wieder raus lassen aber dich. Du musst wissen, er ist nicht dein Vater. Ich hab ihn nur geheiratet und so getan als ob er es wäre weil ich dachte dann hätten wir ein besseres Leben aber ich habe mich geirrt. Du sollst ein besseres Leben haben also wenn du hier raus bist geh zu Major Hardt und sag ihm, dass ich dich geschickt habe. Er wird dir alles bei bringen was er weiß, damit du für dich selber sorgen kannst aber er wird dir keine Liebe schenken können auch wenn er dein richtiger Vater ist. Er ist ein Psychopath, dass heißt er kann keine Emotionen empfinden. Nimm dich in Acht vor ihm denn er ist auch nicht das was wir normal nennen! Und versprich mir eines mein Kind: Pass auf dich auf!“ Als sie fertig war kam ein Arzt und ein Pfleger in das Zimmer in dem wir saßen. Der Pfleger sprach ganz leise und behutsam auf meine Mutter ein, die wieder genauso verwirrt und durcheinander aussah wie sonst auch. Dann stand sie auf und der Pfleger führte sie aus dem Raum. An der Tür drehte sie sich nochmal zu mir um und formte mit ihren Lippen die Worte : „Ich liebe dich mein Kind!“. Das glaube ich zumindest oder hab ich mir immer eingeredet denn es hat mir immer geholfen daran zu glauben.

Der Arzt nahm auf der anderen Seite des Schreibtisches platz und schaute mich ganz Ernst an. „Deine Mutter hat eine schwere psychische Krankheit. Es ist gut das du sie zu uns gebracht hast und wir werden uns gut um sie kümmern. Es ist für dich besser wenn du sie nicht mehr siehst. Wir werden deinen Vater informieren damit er dich abholt.“ „Nein!“ sagte ich. „Ich bin alt genug um selber zu ihm zu gehen und außerdem kann er bei seiner Arbeit eh nicht weg.“ „In Ordnung dann geh jetzt und sag ihm was passiert ist. Wenn er fragen zu deiner Mutter hat soll er sich hier melden. Wir werden gut auf sie aufpassen“. Später musste ich erfahren, dass meine Mutter, da sie so hübsch war in der Klinik häufig missbraucht und misshandelt wurde. Nach weniger als einem Monat hat sie es bereits geschafft sich das Leben zu nehmen…. Eine Bestattung gab es nie und ich sah sie nie wieder.

Ich lief schnell nach Hause und packte meine Sachen ein. Dann machte ich mich auf den Weg zu Major Hardt. Er war ein Mann den ich schon öfters gesehen hatte denn er war der Vorgesetzte meines Vaters. Hatte dieser ihn deswegen immer so gehasst? Wissen würde ich es nie und fragen konnte ich ihn schließlich auch nicht. Meine Mutter hatte Recht, denn er brachte mir alles bei was ich wissen musste. Ich lernte schießen und kämpfen, wurde immer schneller und besser. Wie sie es mir gesagt hatte traute ich ihm nicht doch ich bin mir sicher, dass er kein Psychopath ist, denn auch heute weiß ich, dass er mir wenn er kann helfen wird.

Als ich 18 Jahre alt wurde sagte er mir, dass ich nun für mich selber Sorgen müsste und stattete mich noch mit Waffen aus, damit ich klar kommen würde. Aus reiner Neugierde legte ich mich mit meinem Scharfschützengewehr auf das Dach des Nachbarhauses des Hauses in dem ich in meiner Kindheit gewohnt hatte. Ich wollte den, von dem ich jahrelang dachte, dass er mein Vater wäre nur noch einmal wiedersehen. Durch das Zielrohr konnte ich ihn gut beobachten. Eigentlich hatte ich nicht vor ihm etwas zu tun. Eigentlich wollte ich ihn nur sehen um mit ihm abschließen zu können und um dann innerlich zur Ruhe zu kommen. Eigentlich…..
Doch dann sah ich, dass er offensichtlich eine neue Frau hatte. Sie saß weinend vor ihm auf dem Boden und hielt sich schützend die Hände vor das Gesicht. Als ich sah wie er ausholte um sie zu schlagen hat mein Gehirn ausgesetzt. Ich sah wieder wie er meine Mutter schlug. Wie sie weinend und wimmernd vor Schmerzen auf dem Boden lag und wie er auf mich zu kam. Ohne nachzudenken schoss ich und traf ihn genau in die Stirn. Seine Augen drehten sich zur Decke und er fiel zu Boden. Erst dann sah ich, dass hinter ihm ein kleines Mädchen stand. Es war höchstens 5 Jahre alt. Ihr Mund und ihre Augen waren weit aufgerissen und sie war mit dem Blut meines Vaters vollgespritzt. Obwohl ich auf dem Dach lag und mich dieses Mädchen nicht sehen konnte hatte ich das Gefühl, dass sie mich direkt anstarrte. Diesen Blick werde ich nie vergessen können!
Später erfuhr ich in der Zeitung, dass das Mädchen Thynalia hieß und sie seine wahre Tochter war. Was mit ihr passiert ist weiß ich nicht doch ich trage ihren Namen seit dem.

Das Leben auf der Straße war sehr schwer. Arbeiten konnte ich nicht, denn wer nimmt schon jemand der nur schießen kann und sonst nichts? Zwischenzeitlich übernahm ich Aufträge wo es immer darum ging möglichst unauffällig Leute aus dem Weg zu schaffen und von einem angeblichen Freund bekam ich eines Abends das erste Mal Kamikaze angeboten. Der erste Trip war der Hammer! Es ist einfach ein krasses Gefühl wenn man so konzentriert ist, dass einem nichts entgeht und man sich unbesiegbar fühlt und alles kann und alles schafft. Von da an nahm ich das Zeug öfters ein doch ich hatte immer Angst in einen totalen Kampfrausch zu verfallen und unschuldige zu verletzen oder gar zu töten. Die Augen des kleinen Mädchen von damals sind es glaub ich die mich davon abhalten das Zeug immer zu nehmen denn ich habe Angst vor den möglichen Konsequenzen. Ihr Blick hat sich einfach so bei mir eingebrannt, dass ich mich davor fürchte noch einmal die Kontrolle zu verlieren. Daher möchte ich immer ich selbst bleiben und dafür muss ich nun einmal meinen Konsum zügeln.

Da ich noch so jung war und auch nicht schlecht aussah wurde ich eines Tages von einem Mann angesprochen, der mir versprach, dass er für mich einen Job hätte. Ich hatte nicht viel Auswahl, sodass ich ihm zusagte. Er nahm mich mit in ein Studio und gab mir 500 Nuyen als „Anzahlung“ wie er meinte. Dann verstand ich worum es bei diesem Job gehen sollte. Es gab in dem Raum in dem ich war nur eine Couch und eine Kamera und einen anderen „Schauspieler“. Es war meine erste Erfahrung mit einem Mann und er war auch sehr nett zu mir trotz allem. Nach dem ich für 1 Jahr weiter so gearbeitet hatte lernte ich James kennen. Er war der erste Mensch seit meiner Mutter der mir das Gefühl gab, dass ich ihm etwas bedeute und er sagte mir, dass ich diese Arbeit nicht machen müsste. Um mir zu helfen besorgte er mir eine Wohnung. Nachdem er mir seine Liebe beteuerte erklärte er mir, dass er mich heiraten wolle aber das er schon eine Frau und Kinder hat die er nicht verlassen könnte. Ich wollte auch gar nicht, dass er das tut. Es hätte den Kindern bestimmt sehr weh getan. Somit wurde ich seine „Mätresse“ und wir sahen uns ab und an. Immer wenn er Lust hatte kam er zu mir und es war immer wunderschön. Manchmal redeten wir auch nur Stunden lang und er hatte auch für meine Gedanken immer ein Ohr offen, auch wenn ich ihm nie alles erzählte. Wenn er nicht da war ging es mir aber auch gut denn er schickte mir jeden Monat Geld und sorgte dafür das ich versorgt war. Endlich konnte ich Ruhe finden und es störte mich gar nicht allein zu sein. Seiner Frau hat er erklärt ich sei eine Klientin denn er ist im Waffengeschäft tätig und somit muss er mich ja ab und an treffen um mir meine Ware zu überbringen. Für mich ist das ganz praktisch denn ich übernehme nach wie vor den ein oder anderen Auftrag und somit kann ich mir immer alles besorgen, was ich so brauche. Ich weiß aber auch, dass wenn es hart auf hart kommt er zu seiner Familie halten wird und nicht zu mir. Damit muss ich halt leben.

Ich versuche meine Zeit damit zu verbringen mich weiterzubilden. Viel zu tun hab ich ja schließlich nicht. Ich mache viel Sport damit ich für meine Aufträge in Form bin und damit ich die Figur behalte die James so gefällt. Ansonsten lese ich gerne Bücher zum Beispiel über die Geschichte Europas die mich sehr interessiert. Außerdem finde ich die menschliche Anatomie voll spannend. Zum Beispiel zu erfahren wo genau man hinzielen muss damit ein Mensch sicher stirbt ist total faszinierend und ich mein es schadet ja nie so etwas zu wissen. Zudem hab ich jetzt angefangen Modellflugzeuge zu basteln. Ja ich weiß, dass das jetzt total langweilig klingt aber es ist eine total entspannende Aufgabe und wenn man eh nicht weiß was man so alles mit seiner Zeit anfangen soll ist es schon etwas enorm spannendes!
Vielleicht such ich mir irgendwann einen richtigen Job damit ich nicht immer von James und dem Geld das er mir monatlich überweist abhängig bin aber das werde ich später machen denn zur Zeit gefällt mir alles so wie es ist ganz gut.

Bio:

Thinalya

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