Der Moloch erbebt, Aufregung in Nordrhein-Ruhr

Freizeitspaß - Auf ein faires Spiel

Datum auf mysteriöse Art und Weise in Vergessenheit geraten

Ein neuer Tag, endlich, die Ukraine hing mir immer noch in den Knochen, als ich an dem Morgen, oder Mittag, von meinem Commlink geweckt wurde. Eine neue Nachricht – Zahlungseingang von 4000 Nuyen. Woher die wohl kamen? Das hätte mich eigentlich nicht stören sollen und es wäre besser gewesen hätte ich nie nachgesehen. Aber so erfuhr ich, was jeden der etwas auf seine Musik hält am Boden zerschmettern würde, meine Musik eingeordnet unter Rap, Hiphop, diese Perversion von aneinander gereihten banalen vulgären Worten? Gosh, der Tag hätte nicht schlimmer anfangen können. Die Gerichtsverhandlung war nichts gegen diese grässliche Nachricht. Um auf andere Gedanken zu kommen hieß es dann vor die Tür zu gehen, Nigel hatte immerhin seinen Ausgang nötig. Das war eben das Problem mit Schäferhunden, besonders den Jungen, sie hatten viel zu viel Energie, aber ehrlich gesagt war mir das nur recht. Ich kam aber nur bis zur Tür als ein … Gebilde vor mir stand. Nun, der Vorbau unter dem viel zu großen Shirt verriet die Weiblichkeit des Wesens, aber mal ehrlich, dieses Ding war eine Beleidigung für alles Weibliche auf der Welt. Die Hose in den Kniekehlen, hellblonde Haare, ein Ausschnitt fast bis zum Bauchnabel und es sprach mich an, in perfektem Hopperisch – mal ehrlich, ein paar Ansprüche hab ich dann doch. Das schrie nach einer Kehrtwende, die auch sofort folgte. Binnen Sekunden war ich zurück im Haus, hob Eric vom Boden auf und setzte mir die riesige Ratte auf die Schulter. Irgendwann würde er bis zu einem Meter groß werden, jetzt hatte er erst die normale Größe einer Ratte eingeholt, aber das würde sicherlich reichen. Mit nun beiden Tierchen verließ ich das Haus wieder, konnte mit ansehen wie die Frau schrill aufschrie und mit blanker Panik davon lief, während sich die Huskyratte unbeirrt der Morgenpflege widmete. Tja, so viel dazu. Diese banalen Ängste würde ich wohl nie verstehen.
Mein Morgen war also nicht unbedingt schön, es gab nur eine Lösung das zu ändern: Action. Möglichkeit A) ich könnte zu Samuel in die Kneipe, aber sein Pazifismus hätte mir sicherlich jede Sekunde des Tages vermiest, und außerdem könnte da noch immer Veronica bleiben. Zur Liebe meiner unteren Körperhälfte entschloss ich mich dann für eine andere Art von Sport und ich wusste auch genau, wer mir da helfen konnte. Abgesehen von allem möglichen illegalen Kram – mochten es nun Waffen oder Implantate sein – hatte mein Schmuggler auch immer einen guten Tipp parat, wenn es um Sport ging. Und das war fast noch mehr wert, als alle Waffen der Welt. Also wurde die Nummer im Commlink gesucht und Sekunden später hatte ich den orkischen Jamaikaner am Hörer. Auch wenn seine Formulierungsweise definitiv der größte Horror war, stand ich sie durch. Das Gespräch war hilfreich. ‚Was geht heute Abend in Sachen Sport?‘ es überraschte mich natürlich nicht, dass er Bescheid wusste. Eine Partie Gladiator stand an, ein netter Name für wundervolles Geprügel. Und wie der Zufall es wollte hatte Donnie sogar eine Teamlizenz zur Hand! Man konnte sich auf den Kerl eben wirklich verlassen. Die Regeln brauchte ich mir nicht erklären lassen, wieso auch? Die wichtige Information war eben nur, dass ich mindestens fünf Leute für mein Team benötigte, aber das sollte kein Problem sein. Zur Not hätte ich das Ganze im Alleingang erledigt – verlieren war keine Option, für mich kam eben nur der erste Platz in Frage. Aber wen sollte man dazu einladen? Glücklicherweise hing mir nicht nur der Abenteuerurlaub, sondern auch der Gedanke an meine Mitreisenden in den Knochen, es war also ziemlich leicht mich für ein Team zu entscheiden. Die begeisterte Reaktion des Orks machte eigentlich ziemlich deutlich, dass er einer Schlägerei nicht abgeneigt wäre, bei den anderen war ich mir allerdings weniger sicher. Egal! Eine Rund-sms würde es tun und wenn nicht genug zustimmten, dann würde ich eben auf die Straße gehen und Leute zwingen. Zu dumm, dass Donnie sein eigenes Team aufgezogen hatte, aber am Ende sollte sich das doch als Glücksfall herausstellen.
Erstaunlicherweise kam von jedem eine positive Rückmeldung. Ich würde also mit dem Team antreten, mit dem ich schon mehr oder weniger zu tun hatte. Eigentlich müsste das sogar ein Vorteil sein. Das einzige wirklich schade an der Sache war: Weder Polly noch Thinalya fanden Zeit zum Turnier vorbei zu kommen. Na ja, vielleicht war es besser so, wer wollte denn schon, dass so hübsche Wesen verletzt wurden?
Nachdem dies alles geklärt war hieß es zurück nach Hause und packen. Was nahm man alles zu so einem Turnier mit? – Ich erinnerte mich, dass Waffen, mit Elektroschockpotential, verboten waren, bedauerlich, meine Schockhandschuhe hatten bis jetzt gute Dienste geleistet. Ein weiterer Punkt auf der Regelliste war, dass man die Gegner nicht umbringen durfte. Nun, dass stimmte nicht genau. Man durfte sie durchaus umbringen, aber eine Randnotiz verriet, dass man dafür durchaus zu Lebenslänglich verurteilt werden konnte. Mal ehrlich; nach der ersten Gerichtsverhandlung brauchte ich keine zweite und Mord war nun wirklich nicht mein Job. Als Ersatz für meine Schockhandschuhe besorgte ich mir dann ein paar Hardlinergloves und zog diese schon einmal über. Immerhin startete das Turnier heute Abend, da lohnte es sich, alles was ich mitnehmen wollte, schon einmal zusammen zu suchen. Eigentlich schade, dass ich das Kusarigama wieder nicht zum Einsatz bringen würde, immerhin wurde das Spiel übertragen und es käme sicherlich nicht gut mit einer illegalen Waffe aufzutauchen. So fiel meine Wahl auf die Tonfa, das Katana und natürlich die neuen Hardliner Gloves. Da aber auch Munition gestellt wurde bot es sich an auch Schusswaffen mitzunehmen, da war die Auswahl nunmal eh etwas beschränkter. Mit ein paar Handgriffen fanden sich auch die Beretta und meine Spas – die bisher kaum zum Einsatz gekommen war – in meinem Handgepäck. Das wäre sicherlich die Gelegenheit sich endlich mal richtig auszutoben. Der Rest des Tages verging wie im Flug. Als ich an der Duisburgarena ankam traf ich mein ‚neues‘ Team: Balodil, Eight, Eahrina, Lady, Schattenschwinge und… ja . Ein noch recht fremdes Gesicht befand sich unter den anderen. Der Ork? Irgendetwas klingelte da. Achja! Der Abenteuerurlaub! Nun, solang er nicht im Weg stand sollte es mich nicht stören, dass er teilnehmen wollte. Einige Zeit später befanden wir uns im Umkleideraum und einer der Turnierhelfer erschien. Eine kurze Einweisung in die Regeln erfolgte und man händigte uns Waffen aus, die uns davor bewahren sollten, den Gegner hinzurichten. Dann kam die Frage auf, was denn mit dem alten Team, den echten „Lion Sharks“ passiert war. Tja, übel zugerichtet die Armen. Der Helfer erzählte uns, dass sie gegen Team Wald antraten und wohl noch immer im Krankenhaus lagen. Ironischerweise war Team Wald unser erster Gegner. Sollte mich das beunruhigen? – Wahrscheinlich waren die alten Teammitglieder einfach nur schwach! Also schloss ich mit dem Thema ab und wand mich der Munitionskiste zu.
Drei volle Ladungen Gelmunition fanden den Weg in meine Taschen, dann lud ich meine Waffen. Uns wurden grässliche orange Leibchen ausgeteilt, die zur Erkennung dienten. Dann öffnete sich bald das Tor, ließ uns in die Arena. Tausende von Leuten hatten den Weg hierher gefunden und jubelten uns zu! Das animierte geradezu das jubeln zu erwidern, also stellte ich mich hin und feuerte das Publikum an. Riesige Bildschirme zeigten uns, aufgenommen von Drohnen, die ums umschwirrten. Nach einigen Augenblicken klappten sich die Bildschirme in Richtung des Publikums, gut so, am Ende hätte das noch unsere Standpunkt verraten! Eine kurze Diskussion folgte, was nun zu tun war, zusammenbleiben war das Ergebnis und Eight latschte kurzerhand voraus, forderte Schattenschwinge auf ihm zu folgen. Ein merkwürdiges Bild, vor Schattenschwinge verschwand der Ork regelrecht. Aber ich war nicht hier um mich über so etwas zu amüsieren. Die Beretta im Anschlag folgte ich, als wir uns auf den Weg Richtung Bahnhofsgebäude machten.
Den Weg über blieb es beunruhigend ruhig, andererseits… wir traten gegen Trolle an, ich bezweifelte stark, dass Trolle leise sein konnten, also sollte die Ruhe eigentlich ein gutes Zeichen sein! Wir brauchten nicht lang, um das Gebäude zu erreichen, Balodil trat als erstes ein und wir anderen folgten, blieben in der Nähe des Eingangs, aber waren doch schon ein gutes Stück in das Gebäude hinein getreten. Während Balodil sich in einen Laden verkroch, ging unser Hippie-Ork ebenfalls seinen eigenen Weg – was genau er machte, kümmerte mich nicht. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn einer von uns auf den Hippie geachtet hätte. Denn nur kurze Zeit nachdem er sich von uns entfernt hatte bebte der Boden. Ein, zwei, drei – ganze VIER Trolle tauchten auf. Ein lautes Krachen untermalte ihren Auftritt und ein Blick zeigte mir: Der Hippie ging zu Boden, hatte eine volle Breitseite abbekommen. Tja, das war wohl ein kurzes Vergnügen für den gewesen, kein Wunder, dass die Banditen ihn so einfach hatten einfangen können. Als nächstes folgte ein Blick auf die Trolle, die beiden vor mir hatten Arme wie Baumstämme – das war doch nicht normal! Ein Blick umher verriet mir, dass sich einer der anderen beiden auf einer Brüstung am anderen Ende der Halle befand, der letzte hatte sich wohl mit Balodil angelegt. Um den brauchten wir uns also wahrscheinlich keine Sorgen machen. Was auch immer der Hippie am Eingang gemacht hatte, die Trolle mussten es ganz schön auf ihn abgesehen haben, obwohl er schon auf dem Boden lag, und offensichtlich nicht so schnell wieder aufstehen würde, setzte einer der beiden Gegner noch einen drauf. Tja, dass wars dann wohl für unseren sechsten Mann. Der Grund für dieses Verhalten wurde uns dann auch Augenblicke ins Gesicht geschrien. Nun gut, der Unmut war nach zu vollziehen, aber woher hätten wir denn wissen sollen, dass dieser Vollidiot echten Sprengstoff mit in die Arena nahm und ihn dann auch noch einsetzen wollte?! Was auch immer der Ork genommen hatte, seinem Hirn war das wohl nicht gut bekommen. Zwischendurch folgte dann eine Durchsage. Donnies Team hatte es erwischt! Am liebsten hätte ich ihm das gleich unter die Nase gerieben, tja, wer hatte nun länger durchgehalten? Aber dafür war nun keine Zeit, denn um einen Kampf ging nun nichts mehr herum. Die Sicherheit nur Gelmunition in dem Magazin zu haben ließ mich bedenkenlos auf den Gegner schießen, allerdings schien er die Kugel geradezu zu schlucken, war völlig unbeeindruckt. Also hieß es Waffe wechseln, noch bevor ich aber die Shotgun ansetzen konnte, gingen alle beiden zu Boden – das war beeindruckend schnell gewesen, und überhaupt, woher kamen die Schüsse, die die Trolle versenkt hatten? Ein Blick zur Brüstung und es folgte die Erkenntnis, dass das eigene Teammitglied auf sie geschossen hatte. Nun gut, die Aussage des Gegners hätte vielleicht auch gereicht, um das zu merken. Warum auch immer er das tat, für Dank war keine Zeit, Gegner blieb Gegner, ob sie sich nun selbst dezimierten, oder nicht, war gleich. Dennoch war die Bilanz bitter, es hatte den Ork erwischt und der Elf stand nur noch mehr schlecht als recht. Ein Beben im Boden lies außerdem vermuten, dass es auch unseren Troll erwischt hatte. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen den Gegner zu erledigen, der Balodil erledigt hatte, aber Eight mischte sich ein. Das war also sein Gegner? Na meinetwegen, sollte er doch seinen Spaß haben, dann würde ich mich halt um den Schützen kümmern. Zielen, laden, schießen und… er schluckte den Schuss. Na gut, dann eben ein zweiter Versuch und siehe da, der schien genau ins Schwarze zu treffen! Ein Schlag von Schattenschwinge ließ dann auch diesen Troll endgültig zu Boden gehen. Blieb also nur noch einer. Wie Eight sich wohl schlug? Ein Blick zur Seite reichte, um noch einen Moonwalk zu sehen, der mit einem herzhaften Schlag ins Gesicht endete. Da hatte sich wohl wer zu früh gefreut. Dann war es allerdings auch schnell vorbei, ein weiterer Schlag und auch der letzte Gegner war am Boden. Wir hatten gewonnen! Dann erfuhren wir, dass das Gladiator Spiel sogar nur eine Runde ging, wir hatten also wirklich den ersten Platz gemacht und einen Teil eines Erstligateams platt gemacht. Sowas hörte man doch gern, zumal ein Angebot in den höheren Ligen mit zu spielen auch ziemlich interessant war – ganz zu schweigen von dem Preisgeld. Es wurden sogar Sonderpreise verliehen! Ein Trostpflaster für den ersten, der KO ging, ein Preis fürs verzaubern, ich bekam einen für meinen Distanzschuss auf den Troll, Eight für seinen Moonwalk. Sogar Lady bekam einen Preis dafür, sogar noch auf den Beinen zu stehen – irgendwie. Damit war das Turnier wohl zu Ende, nun ging es nur noch ans feiern.

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SmilingDevil

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